2025
Tätigkeitsbericht 2025 des cv-aktiv reiseDienst e.V.
verfasst Mitte Januar 2026 von Susanne Förster
der JHV vorzulegen am 06.03.2026
Liebe Vereinsmitglieder,
Jedes Jahr neu ist es eine herausfordernde Angelegenheit, anhand des Kalenders und der eigenen Erinnerungen aufzuschreiben, was sich so zugetragen hat im zurückliegenden Jahr. Ich versuche es wie jedes Jahr:
Sobald der Frost vorbei war, ging es los mit einem lange schon anstehenden Bau: Firma Pfützner aus Großnaundorf hat auf unsere freigelegten Silo-Mauern an der Scheunen-Südseite einen Ringanker gebaut. Damit sind die Mauern jetzt stabilisiert. Der weitere Plan ist, in die Mauern einen romanischen und einen gotischen Bogen als Durchgänge zu bauen. So kann man dann am Gebäude entlang gehen bis ganz hinter, es kommt Luft und Licht an die Mauern und wir können die beiden Bögen als thematische Elemente in den Inhalt des Bibellandes einfügen.
Bis dahin ist es noch ein großes Stück Arbeit, aber wir bewegen uns sozusagen sachte in die richtige Richtung.
Der alljährliche Frühjahrsputz am 12. April hat dazu beigetragen, dass das o.g. Bauprojekt schon ein Stück weiter ging. Auf den Ringanker wurde im Rahmen dieses Einsatzes ein Geländer gebaut, damit niemand in die oben offenen Silos hinein fallen kann. Darüber hinaus stand der Frühjahrsputz schon ziemlich unter dem Vorzeichen unseres diesjährigen Jubiläums, 20 Jahre Bibelland. Deshalb wurden u.a. der Wachturm neu gestrichen, Hecken geschnitten, Komposter ausgesiebt und geleert, Wege frei gemacht, Mauern ausgebessert und vieles mehr. Selbst in der Scheune die Synagoge wurde elektrifiziert. Man kann nun unterschiedliche Bereiche einzeln beleuchten und erklären. Im Juni zur Jubiläumsfeier sollte alles chic sein, da mussten wir zeitig anfangen! Danke allen, die der Einladung gefolgt waren!
Und nicht nur im Außenbereich warf das Großereignis seine Schatten voraus, auch im Innenbereich: Mehrere Nachmittags-Einsätze unterschiedlicher ehrenamtlich helfender Elektriker waren nötig, um bis zur großen Feier den bis dahin liegenden Kabel-Salat aus der Scheune zu entfernen, indem ganz neue Leitungen und eine neue Unterverteilung gesetzt wurden. Viele Stunden Arbeit sind da hinein gekrochen. Wir haben ganz plötzlich ungeheure Mengen an Verlängerungskabel daliegen. Die waren alle irgendwo lang gelegt und sind jetzt überflüssig geworden. Das hat auch die Sicherheit der elektrischen Anlage enorm verbessert. Das Großereignis konnte also kommen!
Noch in der Woche unmittelbar vor dem Jubiläum kam uns eine Gruppe vom Arbeitsweg zu Hilfe. Die haben im Gelände nochmal kräftig mit angepackt und bereits einen Container mit Erdaushub aus den Silos gefüllt. Da werden noch viele Stunden Arbeit hinein kriechen müssen, aber ich sagte schon: Das Ganze ist auf gutem Weg.
Und schließlich war Pfingst-Sonntag und damit der richtig echte 20. Gründungstag unseres Bibellandes heran gekommen!
Wir hatten ganz viele ehemalige Mitarbeiter, Vereinsunterstützer, Wegbegleiter, Partnerorganisationen und ehemalige Besucher eingeladen, und es waren fast 100 Leute dieser Einladung gefolgt. Ein buntes Treiben ergoss sich über das Bibelland! Das Wetter hat durchgehalten, was an dem Tag eine Zitterpartie war.
Es ging los mit einem Festgottesdienst in der Bibellandscheune. Pfarrer Jochen Gran, ein treuer Unterstützer des Bibellandes, war mit einigen Helfern extra aus NRW gekommen, um bei den letzten Vorbereitungen mit anzupacken und um die Festpredigt zu halten. Band Manna aus dem Pulsnitztal gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Es war eine fröhliche Veranstaltung, bei der während vieler Grußworte immer wieder betont wurde, dass die Existenz unserer Einrichtung maßgeblich auf Gottes Segen und auf einen unermüdlichen und vielfältigen Einsatz ganz vieler haupt- und ehrenamtlicher Helfer zurückzuführen sei. So haben wir uns gewissermaßen gesonnt in dem Erreichten – ich denke, das durfte nach 20 Jahren einfach mal sein!
Bei mehreren verschiedenen Führungen sowohl im Außengelände als auch im Innenbereich konnten sich die Besucher sehr individuell mit den Inhalten des Bibellandes befassen, um anschließend beim CV Oberlichtenau e.V. im Rahmen eines sog. „biblischen Mahles“ das Gehörte und Gelernte buchstäblich zu verinnerlichen.
Den krönenden Abschluss der Festveranstaltung bildete eine Klezmer-Nacht in der Bibellandscheune. Detlef Hutschenreuter und seine Band kam aus Dresden, um hier für uns aufzuspielen. Klezmer ist ja eine sehr besondere Musik mit ihren fröhlich beschwingten bis schwermütigen Klängen und als DIE Musik der Osteuropäischen Juden passte sie zum Anlass.
Ein sehr emotional bewegendes Erlebnis hatten wir dabei eigentlich ganz am Rande der Veranstaltung, als nahezu alle schon heim gegangen waren: Einer der Klezmer-Musiker stammte aus Jerusalem. Er lebt und arbeitet in Dresden und ist so zu der Band gekommen. Wir erzählten ihm, dass im Rahmen der Feier heute an unserem Zeitstrahl über „6000 Jahre jüdische Geschichte“ draußen auf der großen Mauer eine neue Platte ergänzt wurde. Diese Platte thematisiert maßgeblich den Überfall der Hammas auf Israel vom 07. Oktober 2023. Wir hatten auf diese Platte ein Foto von einem der getöteten Bibas-Kinder gedruckt, deren Schicksal die Welt (und uns) sehr bewegt hatte. Der Musiker wurde plötzlich ganz unruhig und wollte diese Platte unbedingt mitten in der Nacht noch sehen. Es stellte sich heraus, dass er ein Familienangehöriger genau dieser Familie Bibas war! Noch in der Nacht rief er die Verwandtschaft in Jerusalem an und zeigte ihnen per Video die Platte (moderne Technik macht das eben möglich). Was für eine Freude mitten in allem Kummer hatten wir da im fernen Israel ausgelöst! Es war für die Familie kolossal mutmachend, dass irgendwo in einem völlig unbekannten Dorf in Deutschland an ihre ermordeten Angehörigen gedacht wurde.
Unser Fest war von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen mit € 2000,00 bezuschusst worden. Aus dieser Förderung war es u.a. möglich, sämtliche Zeitstrahltafeln im Bibelland zu erneuern, denn die Sonne hatte die Oberflächen arg angegriffen. Und eine Platte wurde wie beschrieben ergänzt aus gegebenem Anlass. Nun ist alles wieder gut lesbar und wir hoffen, dass die Freude viele Jahre erhalten bleibt!
Die alljährlichen Höhepunkte „Tag der Parks und Gärten“ und „Tag des offenen Denkmals“ fielen in diesem Jahr beide gewissermaßen den 800-jährigen Stadtjubiläen von Pulsnitz und Kamenz „zum Opfer“. Genau an diesen beiden Tagen waren jeweils die großen Festumzüge in Pulsnitz bzw. in Kamenz, die tausende Besucher anlockten. Da verirrten sich nur sehr wenige Besucher noch nach Oberlichtenau. Glücklicherweise hatten wir an beiden Tagen hier im Bibelland jeweils eine angemeldete Gruppe, so dass ein grundsätzlicher „Besucherstrom“ dennoch zu verzeichnen war.
Apropos „Stadtjubiläum“: Für die 800-Jahr-Feier der Stadt Pulsnitz zeichnete sich bereits sehr zeitig ab, dass es ein Fest werden würde ohne irgend einen nachhaltigen Effekt für die Stadt und ihre Bewohner. Da wollten wir nicht mitmachen. Statt dessen haben wir überlegt, welchen nachhaltigen Beitrag wir als Bibelland beitragen könnten. So entstand die Idee, einen Ziegenbalg-Roman der DDR-Schriftstellerin Ann-Charlott Settgast neu heraus zu bringen. Es ist die Geschichte des in Pulsnitz geborenen ersten protestantischen Missionars, Bartholomäus Ziegenbalg, geschrieben in der Form eines Briefwechsels. Nach umfangreicher Recherchearbeit über eventuell noch vorhandene Rechte an dem in DDR-Zeit erschienenen Buch „Der Mann in Tranquebar“ war klar, dass es da niemanden mehr gab, den man hätte um Genehmigung bitten müssen . Also haben wir dieses kleine Buch um ein Vorwort, eine Kurzbiografie der Autorin, einen aktuellen Gruß aus Tranquebar/Indien zum Stadtjubiläum und eine Abhandlung über Ziegenbalgs Spuren in Pulsnitz heute erweitert und das Ganze unter dem Titel „Bartholomäus Ziegenbalg – ein Mann, eine Mission, ein Vermächtnis“ beim Verlag conception SEIDEL OHG drucken lassen und in Kooperation mit Evangtours GmbH auf den Markt gebracht. Das Buch wird jetzt in der christlichen Bücherstube in Pulsnitz zum Kauf angeboten.
In der ersten Sommerferienwoche hatte sich im Bibelland eine riesengroße Kindergruppe angemeldet: 107 Personen. Im Rahmen der Religiösen Kinderwoche wollten die Kinder der Klassenstufe 1 bis 7 eine Führung im Bibelland haben, Olivenölsalbe herstellen und anschließend weiterfahren ins Bad nach Großröhrsdorf. Wir mussten also einen zeitlichen Rahmen von max. 3,5 Stunden einhalten. Das war eine echte Herausforderung! Da war von Anfang an klar, dass wir das nicht schaffen würden ohne fremde Hilfe. Wir brauchten mehrere Helfer, um die große Gruppe in mehrere Kleingruppen altersspezifisch aufteilen zu können und um jeder Gruppe an unterschiedlichen Stationen zum Oberthema „Psalmen“ etwas erzählen zu können. Einige Religionspädagogen hatten wir schnell mit im Boot, aber das reichte nicht. Also entschlossen wir uns, noch einige junge Leute anzusprechen, von denen wir wussten, dass sie in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert waren. Die kannten jedoch unsere Ausstellungsstücken im Bibelland nicht oder nur so ungenügend, dass es ihnen nicht möglich gewesen wäre, unvorbereitet eine Führung an diesen zu halten. Wir mussten diese jungen Leute also erst „ausbilden“ für diesen Dienst.
So kam es, dass wir eingeladen hatten zu Schulungen über die Inhalte der Ausstellungsstücken „Altar“ und „Ölkelter“. Da wir ohnehin je einer Helferin die Ausstellungsstücken zu ihrer eigenen Information erklären und von allen Seiten beleuchten mussten, konnten wir das auch für einen größeren Interessentenkreis öffnen. Diese Schulungen waren nicht nur inhaltlich sehr intensiv, sie sind auch richtig gut aufgenommen worden. So ist die Idee entstanden, künftig in regelmäßigen Abständen genau solche „Weiterbildungen“ anzubieten, wo es jeweils nur um ein einziges Ausstellungselement geht. Ziel ist es, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der christlichen Kinder- und Jugendarbeit zu befähigen, das Bibelland mit seinen Inhalten für sich und für die eigene Kinderverkündigung zu erschließen. So können Mitarbeiter mit ihren Kinder- und Jugendgruppen das Bibelland langfristig für ihre Arbeit nutzen, ohne unsere Anwesenheit und Unterstützung unbedingt zu benötigen. In 2026 wollen wir das angehen. Sagt es gerne weiter, wenn Ihr Leute wisst, die daran Interesse haben könnten!
Ach und übrigens: Der Tag für die große Gruppe gelang wie aus einem Guss! Ein super schönes Erlebnis für alle Beteiligten!
Was gab es sonst noch?
Es gab neue Gartenbänke! Unser Peter hat mehrere alte Eisengestelle von Gartenbänken neu „belattet“ und dadurch recht interessante neue Bänke erstehen lassen. Außerdem wurden im Frühling alle bedürftigen Biertischgarnituren farblich aufgearbeitet und damit wieder in ihrer Lebensdauer verlängert.
Oder: Feuerholz- Nachbar P. hat irgendwann im Sommer seine alte Garage oder besser gesagt einen Unterstand abgerissen und musste von jetzt auf gleich das ganze viele Holz loswerden. Da war er bei uns sozusagen in guten Händen! Sehr gerne haben wir ihm das abgenommen! Zum großen Teil war es Feuerholz, (was immer noch nicht alles zersägt ist) und zum anderen Teil tatsächlich noch gutes Holz für eventuell nötige Bauvorhaben. Dank an Dirk und Georg, die in einer Hau-Ruck-Aktion das Holz abgeholt und sortiert haben!
Und es gab natürlich auch wieder den Herbstputz im Bibelland! Unmengen Laub wurden bewältigt, die Kiefern am Bauwagen drastisch eingekürzt und in unserer Scheunen-Werkstatt ist richtig Ordnung geworden! Sehr wichtig zu erwähnen in dem Zusammenhang: Die Lampen in der Ausstellungsscheune - eine uralte DDR-Stallbeleuchtung wurde auf LED umgerüstet. Es ist nun ein kostengünstiges, aber auch sehr grelles Licht, an das man sich gewöhnen muss. Auch da sagen wir wieder herzlich Danke an alle, die mitgearbeitet haben!
Und es gab und gibt anhaltend den Ärger um die Entwidmung der Straße „Am Dorfteich“. Da ist aktuell auch noch keine Lösung in Sicht.
FdR: Susanne Förster
verfasst Mitte Januar 2026 von Susanne Förster
der JHV vorzulegen am 06.03.2026
Liebe Vereinsmitglieder,
Jedes Jahr neu ist es eine herausfordernde Angelegenheit, anhand des Kalenders und der eigenen Erinnerungen aufzuschreiben, was sich so zugetragen hat im zurückliegenden Jahr. Ich versuche es wie jedes Jahr:
Sobald der Frost vorbei war, ging es los mit einem lange schon anstehenden Bau: Firma Pfützner aus Großnaundorf hat auf unsere freigelegten Silo-Mauern an der Scheunen-Südseite einen Ringanker gebaut. Damit sind die Mauern jetzt stabilisiert. Der weitere Plan ist, in die Mauern einen romanischen und einen gotischen Bogen als Durchgänge zu bauen. So kann man dann am Gebäude entlang gehen bis ganz hinter, es kommt Luft und Licht an die Mauern und wir können die beiden Bögen als thematische Elemente in den Inhalt des Bibellandes einfügen.
Bis dahin ist es noch ein großes Stück Arbeit, aber wir bewegen uns sozusagen sachte in die richtige Richtung.
Der alljährliche Frühjahrsputz am 12. April hat dazu beigetragen, dass das o.g. Bauprojekt schon ein Stück weiter ging. Auf den Ringanker wurde im Rahmen dieses Einsatzes ein Geländer gebaut, damit niemand in die oben offenen Silos hinein fallen kann. Darüber hinaus stand der Frühjahrsputz schon ziemlich unter dem Vorzeichen unseres diesjährigen Jubiläums, 20 Jahre Bibelland. Deshalb wurden u.a. der Wachturm neu gestrichen, Hecken geschnitten, Komposter ausgesiebt und geleert, Wege frei gemacht, Mauern ausgebessert und vieles mehr. Selbst in der Scheune die Synagoge wurde elektrifiziert. Man kann nun unterschiedliche Bereiche einzeln beleuchten und erklären. Im Juni zur Jubiläumsfeier sollte alles chic sein, da mussten wir zeitig anfangen! Danke allen, die der Einladung gefolgt waren!
Und nicht nur im Außenbereich warf das Großereignis seine Schatten voraus, auch im Innenbereich: Mehrere Nachmittags-Einsätze unterschiedlicher ehrenamtlich helfender Elektriker waren nötig, um bis zur großen Feier den bis dahin liegenden Kabel-Salat aus der Scheune zu entfernen, indem ganz neue Leitungen und eine neue Unterverteilung gesetzt wurden. Viele Stunden Arbeit sind da hinein gekrochen. Wir haben ganz plötzlich ungeheure Mengen an Verlängerungskabel daliegen. Die waren alle irgendwo lang gelegt und sind jetzt überflüssig geworden. Das hat auch die Sicherheit der elektrischen Anlage enorm verbessert. Das Großereignis konnte also kommen!
Noch in der Woche unmittelbar vor dem Jubiläum kam uns eine Gruppe vom Arbeitsweg zu Hilfe. Die haben im Gelände nochmal kräftig mit angepackt und bereits einen Container mit Erdaushub aus den Silos gefüllt. Da werden noch viele Stunden Arbeit hinein kriechen müssen, aber ich sagte schon: Das Ganze ist auf gutem Weg.
Und schließlich war Pfingst-Sonntag und damit der richtig echte 20. Gründungstag unseres Bibellandes heran gekommen!
Wir hatten ganz viele ehemalige Mitarbeiter, Vereinsunterstützer, Wegbegleiter, Partnerorganisationen und ehemalige Besucher eingeladen, und es waren fast 100 Leute dieser Einladung gefolgt. Ein buntes Treiben ergoss sich über das Bibelland! Das Wetter hat durchgehalten, was an dem Tag eine Zitterpartie war.
Es ging los mit einem Festgottesdienst in der Bibellandscheune. Pfarrer Jochen Gran, ein treuer Unterstützer des Bibellandes, war mit einigen Helfern extra aus NRW gekommen, um bei den letzten Vorbereitungen mit anzupacken und um die Festpredigt zu halten. Band Manna aus dem Pulsnitztal gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Es war eine fröhliche Veranstaltung, bei der während vieler Grußworte immer wieder betont wurde, dass die Existenz unserer Einrichtung maßgeblich auf Gottes Segen und auf einen unermüdlichen und vielfältigen Einsatz ganz vieler haupt- und ehrenamtlicher Helfer zurückzuführen sei. So haben wir uns gewissermaßen gesonnt in dem Erreichten – ich denke, das durfte nach 20 Jahren einfach mal sein!
Bei mehreren verschiedenen Führungen sowohl im Außengelände als auch im Innenbereich konnten sich die Besucher sehr individuell mit den Inhalten des Bibellandes befassen, um anschließend beim CV Oberlichtenau e.V. im Rahmen eines sog. „biblischen Mahles“ das Gehörte und Gelernte buchstäblich zu verinnerlichen.
Den krönenden Abschluss der Festveranstaltung bildete eine Klezmer-Nacht in der Bibellandscheune. Detlef Hutschenreuter und seine Band kam aus Dresden, um hier für uns aufzuspielen. Klezmer ist ja eine sehr besondere Musik mit ihren fröhlich beschwingten bis schwermütigen Klängen und als DIE Musik der Osteuropäischen Juden passte sie zum Anlass.
Ein sehr emotional bewegendes Erlebnis hatten wir dabei eigentlich ganz am Rande der Veranstaltung, als nahezu alle schon heim gegangen waren: Einer der Klezmer-Musiker stammte aus Jerusalem. Er lebt und arbeitet in Dresden und ist so zu der Band gekommen. Wir erzählten ihm, dass im Rahmen der Feier heute an unserem Zeitstrahl über „6000 Jahre jüdische Geschichte“ draußen auf der großen Mauer eine neue Platte ergänzt wurde. Diese Platte thematisiert maßgeblich den Überfall der Hammas auf Israel vom 07. Oktober 2023. Wir hatten auf diese Platte ein Foto von einem der getöteten Bibas-Kinder gedruckt, deren Schicksal die Welt (und uns) sehr bewegt hatte. Der Musiker wurde plötzlich ganz unruhig und wollte diese Platte unbedingt mitten in der Nacht noch sehen. Es stellte sich heraus, dass er ein Familienangehöriger genau dieser Familie Bibas war! Noch in der Nacht rief er die Verwandtschaft in Jerusalem an und zeigte ihnen per Video die Platte (moderne Technik macht das eben möglich). Was für eine Freude mitten in allem Kummer hatten wir da im fernen Israel ausgelöst! Es war für die Familie kolossal mutmachend, dass irgendwo in einem völlig unbekannten Dorf in Deutschland an ihre ermordeten Angehörigen gedacht wurde.
Unser Fest war von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen mit € 2000,00 bezuschusst worden. Aus dieser Förderung war es u.a. möglich, sämtliche Zeitstrahltafeln im Bibelland zu erneuern, denn die Sonne hatte die Oberflächen arg angegriffen. Und eine Platte wurde wie beschrieben ergänzt aus gegebenem Anlass. Nun ist alles wieder gut lesbar und wir hoffen, dass die Freude viele Jahre erhalten bleibt!
Die alljährlichen Höhepunkte „Tag der Parks und Gärten“ und „Tag des offenen Denkmals“ fielen in diesem Jahr beide gewissermaßen den 800-jährigen Stadtjubiläen von Pulsnitz und Kamenz „zum Opfer“. Genau an diesen beiden Tagen waren jeweils die großen Festumzüge in Pulsnitz bzw. in Kamenz, die tausende Besucher anlockten. Da verirrten sich nur sehr wenige Besucher noch nach Oberlichtenau. Glücklicherweise hatten wir an beiden Tagen hier im Bibelland jeweils eine angemeldete Gruppe, so dass ein grundsätzlicher „Besucherstrom“ dennoch zu verzeichnen war.
Apropos „Stadtjubiläum“: Für die 800-Jahr-Feier der Stadt Pulsnitz zeichnete sich bereits sehr zeitig ab, dass es ein Fest werden würde ohne irgend einen nachhaltigen Effekt für die Stadt und ihre Bewohner. Da wollten wir nicht mitmachen. Statt dessen haben wir überlegt, welchen nachhaltigen Beitrag wir als Bibelland beitragen könnten. So entstand die Idee, einen Ziegenbalg-Roman der DDR-Schriftstellerin Ann-Charlott Settgast neu heraus zu bringen. Es ist die Geschichte des in Pulsnitz geborenen ersten protestantischen Missionars, Bartholomäus Ziegenbalg, geschrieben in der Form eines Briefwechsels. Nach umfangreicher Recherchearbeit über eventuell noch vorhandene Rechte an dem in DDR-Zeit erschienenen Buch „Der Mann in Tranquebar“ war klar, dass es da niemanden mehr gab, den man hätte um Genehmigung bitten müssen . Also haben wir dieses kleine Buch um ein Vorwort, eine Kurzbiografie der Autorin, einen aktuellen Gruß aus Tranquebar/Indien zum Stadtjubiläum und eine Abhandlung über Ziegenbalgs Spuren in Pulsnitz heute erweitert und das Ganze unter dem Titel „Bartholomäus Ziegenbalg – ein Mann, eine Mission, ein Vermächtnis“ beim Verlag conception SEIDEL OHG drucken lassen und in Kooperation mit Evangtours GmbH auf den Markt gebracht. Das Buch wird jetzt in der christlichen Bücherstube in Pulsnitz zum Kauf angeboten.
In der ersten Sommerferienwoche hatte sich im Bibelland eine riesengroße Kindergruppe angemeldet: 107 Personen. Im Rahmen der Religiösen Kinderwoche wollten die Kinder der Klassenstufe 1 bis 7 eine Führung im Bibelland haben, Olivenölsalbe herstellen und anschließend weiterfahren ins Bad nach Großröhrsdorf. Wir mussten also einen zeitlichen Rahmen von max. 3,5 Stunden einhalten. Das war eine echte Herausforderung! Da war von Anfang an klar, dass wir das nicht schaffen würden ohne fremde Hilfe. Wir brauchten mehrere Helfer, um die große Gruppe in mehrere Kleingruppen altersspezifisch aufteilen zu können und um jeder Gruppe an unterschiedlichen Stationen zum Oberthema „Psalmen“ etwas erzählen zu können. Einige Religionspädagogen hatten wir schnell mit im Boot, aber das reichte nicht. Also entschlossen wir uns, noch einige junge Leute anzusprechen, von denen wir wussten, dass sie in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert waren. Die kannten jedoch unsere Ausstellungsstücken im Bibelland nicht oder nur so ungenügend, dass es ihnen nicht möglich gewesen wäre, unvorbereitet eine Führung an diesen zu halten. Wir mussten diese jungen Leute also erst „ausbilden“ für diesen Dienst.
So kam es, dass wir eingeladen hatten zu Schulungen über die Inhalte der Ausstellungsstücken „Altar“ und „Ölkelter“. Da wir ohnehin je einer Helferin die Ausstellungsstücken zu ihrer eigenen Information erklären und von allen Seiten beleuchten mussten, konnten wir das auch für einen größeren Interessentenkreis öffnen. Diese Schulungen waren nicht nur inhaltlich sehr intensiv, sie sind auch richtig gut aufgenommen worden. So ist die Idee entstanden, künftig in regelmäßigen Abständen genau solche „Weiterbildungen“ anzubieten, wo es jeweils nur um ein einziges Ausstellungselement geht. Ziel ist es, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der christlichen Kinder- und Jugendarbeit zu befähigen, das Bibelland mit seinen Inhalten für sich und für die eigene Kinderverkündigung zu erschließen. So können Mitarbeiter mit ihren Kinder- und Jugendgruppen das Bibelland langfristig für ihre Arbeit nutzen, ohne unsere Anwesenheit und Unterstützung unbedingt zu benötigen. In 2026 wollen wir das angehen. Sagt es gerne weiter, wenn Ihr Leute wisst, die daran Interesse haben könnten!
Ach und übrigens: Der Tag für die große Gruppe gelang wie aus einem Guss! Ein super schönes Erlebnis für alle Beteiligten!
Was gab es sonst noch?
Es gab neue Gartenbänke! Unser Peter hat mehrere alte Eisengestelle von Gartenbänken neu „belattet“ und dadurch recht interessante neue Bänke erstehen lassen. Außerdem wurden im Frühling alle bedürftigen Biertischgarnituren farblich aufgearbeitet und damit wieder in ihrer Lebensdauer verlängert.
Oder: Feuerholz- Nachbar P. hat irgendwann im Sommer seine alte Garage oder besser gesagt einen Unterstand abgerissen und musste von jetzt auf gleich das ganze viele Holz loswerden. Da war er bei uns sozusagen in guten Händen! Sehr gerne haben wir ihm das abgenommen! Zum großen Teil war es Feuerholz, (was immer noch nicht alles zersägt ist) und zum anderen Teil tatsächlich noch gutes Holz für eventuell nötige Bauvorhaben. Dank an Dirk und Georg, die in einer Hau-Ruck-Aktion das Holz abgeholt und sortiert haben!
Und es gab natürlich auch wieder den Herbstputz im Bibelland! Unmengen Laub wurden bewältigt, die Kiefern am Bauwagen drastisch eingekürzt und in unserer Scheunen-Werkstatt ist richtig Ordnung geworden! Sehr wichtig zu erwähnen in dem Zusammenhang: Die Lampen in der Ausstellungsscheune - eine uralte DDR-Stallbeleuchtung wurde auf LED umgerüstet. Es ist nun ein kostengünstiges, aber auch sehr grelles Licht, an das man sich gewöhnen muss. Auch da sagen wir wieder herzlich Danke an alle, die mitgearbeitet haben!
Und es gab und gibt anhaltend den Ärger um die Entwidmung der Straße „Am Dorfteich“. Da ist aktuell auch noch keine Lösung in Sicht.
FdR: Susanne Förster
